Bericht aus Uganda von Fiona Honerkamp

schuleAkia in Uganda 2017/18
1. Quartalsbericht: September bis Dezember 2017
(auch als Download unter dem Artikel verfügbar)


Yoga kere! (Hallo zusammen!)
Nach nun 3 Monaten melde ich mich das erste Mal aus weiter Ferne, um euch einen kleinen Einblick in mein zweites zu Hause hier in Mukongoro zu ermöglichen. Ich weiß gar nicht so Recht, ob ich schon oder erst 3 Monate hier bin, weil die Zeit hier auf der einen Seite super schnell verfliegt, hier aber auch schon so super viel

passiert ist...begleitet von Hochs und Tiefs in der Gefühlslage...
kircheFangen wir einfach mal von vorne an. Am 11. September wurden die vier Mitfreiwilligen und ich von meinem Ansprechpartner in Entebbe abgeholt und haben die ersten vier Nächte in Kampala, der Hauptstadt, verbracht, damit einige von uns sich um das Visum kümmern konnten. Dort waren die ersten Eindrücke, vor allem in Bezug auf den Verkehr, schon sehr skurril. Bei den landestypischen Fortbewegungsmitteln handelt es sich

 entweder um Van-artige Taxen, die locker bis zu 15 Personen transportieren können, oder sogenannte Boda-Bodas (Motorrad- oder Fahrradtaxen), die sich in der Innenstadt durch die noch so kleinsten Lücken quetschen. So manche Male war ich dann doch froh, dass wir das Ziel heile erreicht haben.
Nach den wenigen Tagen Aufenthalt in Kampala trennten sich unsere Wege zu unseren Einsatzstellen. Zu meiner Einsatzstelle in Mukongoro im Kumi-District wurde es zu meinem Erstaunen zunehmend ländlicher...und ich meine auch ländlich! :D Nach 5-6 Stunden Fahrt erreichten wir endlich das Gemeindehaus. Doch dann kam etwas, womit ich gar nicht gerechnet habe: die mit Abstand süßeste Begrüßung, die ich je erlebt habe. Kinder waren in traditioneller Kleidung gekleidet und tanzten zu der Musik, die mit traditionellen Musikinstrumenten von Erwachsenen gespielt wurde. Alle waren am tanzen, jubeln und bewarfen mich mit Blumen. Allerderdings war ich in dieser Situation mehr als überfordert und ein Kulturschock war vorprogrammiert. Bei meiner Ankunft war mein Zimmer auch noch nicht vollständig eingerichtet, da ich die erste Freiwillige auf dieser Stelle bin, was die Gemeinde hier aber total feiert. Mein Kulturschock klang auch nach wenigen Tagen zum Glück langsam wieder ab.
Wo wir gerade dabei sind, schildere ich mal, wie ich hier so lebe. Das Gemeindehaus befindet sich direkt neben der Kirche und liegt in dem kleinen Mini-Örtchen namens Mukongoro. Sowohl das Gemeindehaus, als auch die Kirche werden seit einigen Jahren Schritt für Schritt weitergebaut, weshalb ich mit einem Schrank in meinem Zimmer wirklichen Luxus erleben darf. Ich habe hier sogar mein eigenes Badezimmer mit heißer Dusche (!!), insofern es Wasser und Strom gibt. Das fällt hier nämlich häufiger mal aus. Insbesondere fließendes Wasser habe ich nun schon seit knapp einem Monat nicht mehr wirklich regelmäßig oder gar nicht. Dann nehme ich das Wasser aus den Tonnen, welches von den Schulkindern von dem Brunnen täglich hergetragen wird. Ich habe es einmal probiert, einen solchen Kanister auf meinem Kopf zu tragen. Mein Schädel ist aber irgendwie zu unförmig und ich zu untalentiert dafür, aber vielleicht schaffe ich ja bis zum Ende zumindest 5l zu balancieren.
Das ugandische Essen... Also verhungern werde ich hier definitiv nicht! Ist man irgendwo zu Gast, darf ich erst gehen, wenn ich etwas von ihrem Essen gekostet habe. Und auch hier im Parish stehen zu jeder Mahlzeit mindestens vier Töpfe auf dem Tisch. Das Essen ist hier ziemlich vielfältig. Ganz zu schweigen von den frischen tropischen Früchten, wie Papaya, Banane, Ananas, Orangen, Mangos, und und und... Die gängigsten Gemüse-Sorten sind hier neben Tomaten, Kohl, Bohnen und Aubergine insbesondere die spinatähnlichen und sogenannten "Greens", die häufig auch in einer Erdnusssoße zubereitet werden. Dazu werden hier Kartoffeln, Reis, Kochbanane, lokales Brot (aus Hirse und anderem Getreide mit heißem Wasser vermengt, bis eine zähe Konsistenz entsteht), Posho (Maismehl in Wasser gekocht) und natürlich jede Menge Fleisch gespeist. Mein Lieblingsessen ist hier das sogenannte Rolex: Chapati (Pfannkuchen) mit Eiern. Zum Essen selbst könnte ich natürlich noch viel mehr ausschweifen, aber das würde hier definitiv den Rahmen sprengen. Gekocht wird hier noch über Feuer oder heißen Kohlen in einer Küche, die alles andere als den typisch europäischen Küchen ähnelt. Schränke, Waschbecken und co. kann man hier nicht auffinden. Es handelt sich vielmehr um einen großen Raum ohne Fensterglas oder Tür, wo in dem hinteren Bereich auf dem Boden einiger unserer Lebensmittel gelagert werden. Auf der anderen Seite sind unsere Wassertanks, die zumindest meistens mit Wasser fürs Kochen, Spülen oder Putzen gefüllt sind. Wäsche wird hier übrigens per Hand gewaschen, was mich immer noch wunde Knöchel kostet. Immerhin trocknet die Wäsche hier bei der prallen Sonne binnen weniger Stunden.
Seit etwa 2-3 Wochen bahnt sich schon so langsam das Ende der Regenzeit an, was also für Weihnachten extrem viel Staub und Schwitzen beim Nichtstun bedeutet. Leider macht mich die Hitze oftmals so schläfrig, dass sich hin und wieder nicht auf ein Mittagsschlaf verzichten lässt. Das ist zeitlich aber meistens in Ordnung, da ich nach dem Mittagessen eine kurze Pause habe, ehe ich wieder anderen Aktivitäten nachgehe.
gemeindehausAber was tue ich hier eigentlich den ganzen lieben Tag lang? Meine Hauptarbeit ist vor allem mit Kindern im Alter von 3-20 Jahren. Ja ich weiß, dass ist eine relativ große Altersspanne, was aber daran liegt, dass ich sowohl im Kindergarten als auch in der Schule arbeite. Der Kindergarten wird hier "nursery school" genannt und liegt zusammen mit einer Grundschule etwa 1 km vom Gemeindehaus entfernt. Dort bin ich dienstags und donnerstags vormittags. Hier in Uganda haben die Kinder aber nicht wie in Deutschland die ganze Zeit die Möglichkeit zu spielen, sondern ihnen wird bereits das Alphabet, die Zahlen und einfache Wörter beigebracht. Somit darf ich häufig die Aufgaben korrigieren und mit den Kindern singen. Wenn ich Glück habe erlauben mir die Lehrer auch gelegentlich ihnen etwas kleines beizubringen wie z.B. die Farben oder ähnliches. Besonders gerne halte ich mich in der "Baby-class" auf, die jüngste der Klassen. Die freuen sich immer, wenn ich mit ihnen "Aramsamsam" singe. :D Manche Eltern erzählen mir auch, wie begeistert die Kinder zu Hause berichten, wenn der "Mosugu" (Bezeichnung für Weiße*r) wieder in der Schule war.
Montags und mittwochs vormittags bin ich dann in einer Grundschule, die nur wenige Meter entfernt ist. Hier werden die Kinder von der ersten (P1) bis zur siebten (P7) Klasse unterrichtet. Morgens mache ich mit den Kleinen von P1 eine 40-minütige Sporteinheit zusammen mit den Lehrerinnen, die es gerne sehen, wenn ich neue Spielideen mitbringe. Ich lerne immer sehr gerne nebenbei die Lieder auf der lokalen Sprache Ateso, die hier mit den Kindern gesungen werden. Die freuen sich hier nämlich ohne Ende, wenn ich mitsingen kann und Schritt für Schritt mein Ateso-Wortschatz vergrößere. Viele Kinder (vor allem die ganz jungen (und die ältere Bevölkerung)) können oftmals gar kein oder nur sehr gebrochenes Englisch. Nach der Sportstunde geht es dann in P5 für Matheunterricht, den ich aber nie selber durchführe. In der Regel kontrolliere ich hier deren Aufgaben am Ende der Stunde. Montag nachmittags gebe ich dann zusammen mit dem Mathelehrer Sportunterricht für P5. Sport macht mir hier mit am meisten Spaß, weil ich mich dort mit meinen Ideen einbringen kann und viele von ihnen auch gerne angenommen werden. Mittwoch nachmittags gebe ich Tanzstunden, die aber noch ausbaufähig sind. Der Wille ist in jedem Fall da bei den Kindern, da es hier fast alle Ugander lieben zu tanzen und zu singen. Auch wenn deren Musik- und Tanzstile komplett anders sind, ist es immer sehr witzig voneinander zu lernen und einfach drauflos zu tanzen. Sei es abends beim Essen vorbereiten, auf dem Weg ins Dorfinnere oder einfach beim Zusammensitzen, sobald Musik läuft, werde ich zum Tanzen aufgefordert. :D Ist immer sehr spaßig! Jedenfalls probiere ich mich dort selbst ein wenig aus, den Kindern einfache Choreografien beizubringen. Am Anfang waren meine Ansprüche etwas zu hoch, sodass die ersten Stunden nicht ganz so erfolgreich waren. Es kommt aber vor allem darauf an, überhaupt miteinander Zeit zu verbringen und sich auszutauschen.
Vor einer Woche wurden die Examen geschrieben, sodass hier nicht mehr sonderlich viel passiert ist und viele Kinder seitdem diese Woche gar nicht mehr zur Schule kommen. Langeweile bekomme ich deshalb aber trotzdem nicht, weil ich immer, wenn mal gerade nichts zu tun ist, spontan durch das Dorf laufe und es immer wen zu besuchen gibt. Besonders ist bei mir auch, dass ich ganze 12 Mentorinnen habe, die mich alle im Laufe der Zeit eingeladen haben, zu sich nach Hause oder anderen Veranstaltungen mit zu kommen. Seit meiner Ankunft bis Anfang Dezember war außerdem die Saison für Hochzeiten, sodass ich fast jedes Wochenende auf einer neuen Hochzeit war. Bereits zwei Tage nach meiner Ankunft in Mukongoro im September durfte ich die Besonderheiten der ugandischen und traditionellen Hochzeiten hautnah miterleben. Zunächst findet am Morgen ein 2-3 Stündiger Gottesdienst auf Ateso statt. Alleine dieser ist schon wegen des vielen Gesangs, des Tanzens und der ausgelassenen Stimmung sehr außergewöhnlich. Nach der Messe wird dann fast immer noch zu Hause groß gefeiert. Es wird gegessen, Kuchen angeschnitten, jede Menge Reden gehalten und natürlich nicht zu wenig getanzt. Und wenn der "Mosungu" mal einmal nicht mitgekommen ist, war nicht nur das Paar beleidigt. :D Man merkt also, momentan ist definitiv noch keine Langeweile möglich gewesen, so sehr ich mich auch bemüht hätte.
An den Sonntagen gehen ich morgens immer um 7 Uhr zur ersten Messe. Besonders viel verstehe ich allerdings nicht, da sie meist zu ca. 90% auf Ateso gehalten wird. Nach etwa der Hälfte werden die Kinder dann mit mir nach draußen für die "Sunday school" geschickt. Es werden kirchliche Kinderlieder getrellert bis der Arzt kommt. Danach erzähle ich eine Geschichte aus der Bibel, die von einem anderen Lehrer für die Kinder übersetzt wird. Die "Sunday school" habe ich von zwei Freiwilligen aus den UK übernommen, die nun aber nach Hause geflogen sind, sodass ich mich dort noch etwas mehr einfinden muss, damit die Absprachen und der Ablauf etwas besser funktionieren und jeder seine Rolle findet. Es ist nämlich nicht immer so leicht, wenn drei Erwachsene unterschiedliche Vorstellungen haben, und dann noch die Fiona um die Ecke kommt, die es gar nicht leiden kann, wenn ALLES spontan geregelt wird.
Insgesamt kommen bestimmt immer um die 100 Kinder, was mittlerweile aber immer mehr Normalität wird. Anfangs war es gar nicht so einfach, wenn ständig so viele Kinder um einen herum sind. Im Gegensatz zu der Nursery school im Dorf (mit 15-30 Kindern pro Klasse, private Schule), sind in der nahgelegenen Schule (von der Regierung) bis zu 130 Kinder in EINER Klasse. Da wird klar, dass das Unterrichten hier etwas anders abläuft und die Aufmerksamkeit eine andere ist. Mukongoro selbst ist ziemlich klein und in etwa 30-40 Minuten mit dem Boda von Kumi zu erreichen. Die Mehrzahl der Bevölkerung wohnt in den typischen runden Häuschen mit Strohbedachung in sogenannten "Villages", also ein Bereich oder kleiner Bezirk mit mehreren Anwohnern. Und obwohl die Gegend hier recht klein und ländlich ist, gibt es allein in Mukongoro selbst mehr als 5 Grundschulen mit jeweils 100 Schülerin pro Klasse und dann noch einige High-Schools. Wie das möglich ist? Das Durchschnittsalter in Uganda ist mit etwa 15 Jahren das wohl jüngste auf der Welt*. Die Frauen kriegen hier sogar bis zu 9 oder 10 Kinder (Geburtenrate in ganz Uganda bei 5,8 Kinder/Frau*). Die größte Familie, von der mir hier erzählt wurde, habe angeblich 30 Kinder. Was aber ebenfalls nicht untypisch ist und zu der Kultur gehört, ist dass Männer hier mehrere Frauen haben. Das ist aber vor allem noch in der Kultur in der Teso-Region so ausgeprägt. Dazu aber später noch mehr.
Seit Neustem besuche ich zusammen mit einer meiner Mentorinnen freitags das Gesundheitszentrum, oder wie sie es nennen: Krankenhaus, nur dass es dort keinen Arzt gibt. Es gibt sowohl private, als von der Regierung unterstützte Krankenhäuser. Im letzteren bekommen die Patienten die Medikamente theoretisch kostenfrei, allerdings sind diese häufig nicht mehr verfügbar, sodass sich die Leute diese dann doch in der Apotheke hohlen müssen. Zu den beiden Zentren, in denen ich arbeite, kommen sowohl Patienten*innen mit beispielsweise Malariasymptomen oder Grippe etc., als auch schwangere Frauen. So durfte ich bereits einige Malariatests durchführen und auch den Schwestern bei der Untersuchung von Frauen in der Schwangerschaft "unterstützen". Dort gefällt es mir besonders gut und ich bin gespannt, was noch alles so auf mich zukommt.
Nächste Woche fangen auch schon offiziell die zwei-monatigen Ferien an, sodass auf mich häufigere Besuche im Gesundheitszentrum zukommen und ich mehr Zeit habe, meine Leute hier im Dorf und in deren "Villages" zu besuchen. Ich habe auch noch weitere Projekte im Fokus, wie z.B. der sich einmal in der Woche treffenden Youth-Gruppe beizutreten und einmal die Woche Deutschunterricht für freiwillige Interessenten*innen anzubieten. Dadurch, dass ich die erste Freiwillige bin, stehen für mich sehr viele Möglichkeiten mich auszuprobieren offen. Ich finde es total super, wie offen hier mit meinen neuen Ideen umgegangen wird, und wie sehr sich die Leute auf meinen persönlich gestalteten Alltags-Plan einlassen. Zu Beginn war das alles garnicht so einfach, unter den Optionen das zu finden, was für mich gut passt. Und es erfordert auch etwas Mut, seinen gewohnten Plan wieder umzulegen und auch mal zu sagen, dass etwas nicht so gefällt, wie es gerade läuft. Es wird sich also auch noch in Zukunft das ein oder andere verändern und ich bin gespannt, was noch so kommt.
Achjaa, kommen wir mal auf das Thema Kultur zu sprechen. Damit werde ich ja quasi täglich konfrontiert. Ich find es beeindruckend, was, wo und wie etwas hier als Norm empfunden wird und mich manchmal dazu bringt, mich selbst zu hinterfragen. Momente, wo ich es einfach nur fasziniert wahrnehme, ich manchmal vor Entsetzen die Kinnlade nicht mehr zu kriege, oder ich eigentlich nur wütend werden könnte. Dabei spreche ich von einfachen Dingen wie Musik und Tanz, witzigen Angewohnheiten und Traditionen. Vielleicht hat sich schon jemand von euch gewundert, wieso ich in der Überschrift "Akia in Uganda" geschrieben habe. Dies ist nun mein Ateso-Name den ich nach ca. 2 Wochen bei einer traditionellen Namensgebungszeremonie bekommen habe und so viel wie "the first born" (also die Erstgeborene, da ich die erste Freiwillige in Mukongoro bin) bedeutet. Ein Teil der Kultur, den ich mit schmunzeln genossen habe. Es wurden gute Bekannte vom Parish eingeladen und nach dem reichhaltigen Essensbuffet wurde mir dann der Name getauft. Als Zeichen, dass ich ihn annnehme, musste ich mehrmals hintereinander "aji (gesprochen: adjai) das lokle, heiße Bier aus einer Schale trinken. Das Besondere ist, dass Frauen auf dem Boden sitzen müssen, hingegen Männer einen Stuhl als Sitzmöglichkeit bekommen... wobei wir auch schon bei einem Thema sind, was mich hier sehr beschäftigt: Die Rolle der Frau... Generell wird hier (insbesondere in der Teso-Region) erwartet, dass du jung heiratest oder frühzeitig in einer Partnerschaft bist und die Frau im Alter von 20 Jahren (oft auch jünger) startet, Kinder für die Familie zu produzieren (Ich wähle hier absichtlich das Wort "produzieren"). Fast jedes vierte Mädchen wird noch ehe es volljährig ist Mutter*, sodass viele junge Mädchen die Schule bereits nach P6 oder P7 aufgrund einer Schwangerschaft abbrechen müssen und sie ihr Leben lang dafür da sind, den Haushalt zu schmeißen und die Kinder groß zu ziehen. Erwähne ich, dass ich noch nicht weiß, ob Kinder oder heiraten für mich in Frage kommen, stoßt das hier größtenteils auf Unverständnis. Eine Frau sei man schließlich erst, wenn man einem Mann gehöre. Mittlerweile habe ich Diskussionen aufgegeben und versuche mich einfach nur noch in die Lage der Menschen hineinzuversetzen. Obwohl in manchen Momenten mein Feministinnen-Herz ein klein wenig am Bluten war. Dies ist natürlich nur eines von vielen Beispielen und müsste wahrscheinlich noch von anderen Seiten beleuchtet werden! Deshalb weise ich noch einmal darauf hin, dass ich euch nur einen ganz kleinen Einblick von meinen Erfahrungen geben kann, möchte aber trotzdem aufzeigen, was mich hier am Meisten beschäftigt. Und dies ist nur eines von vielen Themen. Schließlich genieße ich hier auch so einige Dinge, dich mich hier im Alltag begegnen!
Schaue ich nun auf die nächsten drei Monaten, freue ich mich auch, die Möglichkeit zu haben, etwas in Uganda herum zu kommen und zu reisen. So erwartet mich Anfang Januar eine Reise in den Westen, wo geplant ist, die Stellen der anderen Freiwilligen zu besuchen. Es ist immer ein kleines Highlight, die anderen Freiwilligen wiederzusehen, die einen in einigen Situationen so gut verstehen können. Deshalb wird das einwöchige Zwischenseminar im Februar mit Sicherheit super gut, bis ich dann Anfang März meine Familie willkommen heißen darf.
Blicke ich auf die letzen drei Monate zurück, fällt mir vor allem eines ein: Aller Anfang ist schwer und der Mensch ist definitiv ein Gewohnheitstier! Selbst wenn das Meiste läuft, es ist und bleibt eine wahnsinnige Umstellung, an die ich mich erstmal gewöhnen musste. Und nein, es ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Angekommen in Uganda, die ersten Erfahrungen gemacht und die ersten Leute kennengelernt war es für mich unvorstellbar, dass mir das hier alles einmal gefallen soll und dass ich jemals das Gefühl von "Angekommen" haben soll. Umso schöner ist es nun sagen zu können: Ja! Ich bin angekommen, und ja, ich fühle mich hier herzlichst willkommen. Besonders binnen der letzten zwei bis drei Wochen hat sich recht viel getan, da auch die Menschen in meiner Umgebung sehr familiär geworden sind und ich mehr Freunde gefunden habe. So sind es immer die kleinen Momente neben den beschissenen und einsamen, wo mein Herz einen kleinen Freudensprung macht.
Soo... nun aber vorerst genug. Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in meinen Alltag geben und was hier so in den letzten drei Monaten abging.
Mit besten Grüßen und hoffentlich geht es euch allen gut,
Awanyunos! (Man sieht sich!)

Fiona Akia

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