Bericht - Sommer unter P(s)almen

ommer unter psalmen

„Sommer unter P(s)almen“ hieß es am Montag, den 3.9. im Rahmen der Pfarrfestwoche in Hollage. Viele Gemeindemitglieder (nicht nur aus Hollage) hatten sich an dem lauen Sommerabend im Pfarrgarten versammelt, gespannt der Dinge, die da kommen sollten. Initiiert von Angelika Kampsen und unterstützt durch Maria Hartelt und Gisela Püttker sollten Psalmen im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen und anhand von Liedern erschlossen werden – mal geistlich-religiös, mal besinnlich, mal überraschend weltlich.

Die Psalmen, eine einzigartige Sammlung von 150 Gebeten, haben eine lange Tradition, reichen sie doch bis in die Zeit des Königs David (1000 v. Chr.) zurück. Sie spiegeln Empfindungen wider, wie sie die Menschen bis heute haben: Hoffnung, Liebe, Vertrauen, aber auch Zorn, Trauer und Verzweiflung.

sommer unter psalmenFür diesen Abend hatte sich die Vorbereitungsgruppe auf die Themenbereiche Lob und Schöpfung beschränkt. Ausgewählte Psalmverse, hervorragend gelesen von Nadine Möllenbrock und Hermann Steinkamp, kündeten vom Lob Gottes: „Lobt Gott in seinem Heiligtum, lobt ihn in seiner mächtigen Feste! Lobt ihn ihr Alten mit den Jungen!“ Passend dazu wurden dann Lieder gesungen etwa „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn“ oder „Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen“. Und so setzte es sich fort …Verse, die die Schöpfung Gottes priesen – Erde, Meer und Berge, Wasser und Tiere, Brot und Wein – wechselten sich ab mit dazu passenden

Liedern: „An der Nordseeküste“, „Wir lieben die Stürme“, „Über den Wolken“, „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“. „Wie zahlreich sind deine Werke, Herr, sie alle hast du mit Weisheit gemacht. Die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.“ So durfte auch „Laudato si“ und „Schön ist es auf der Welt zu sein“ nicht fehlen. Unterstützt vom Chor „Cantarem“, der auch einige Lieder alleine vortrug, und animiert von Maria Hartelt sprang der Funke der Begeisterung schnell auf das Publikum über. Stimmgewaltig, da rund 160 Gemeindemitglieder gekommen waren, wurden das geistliche und weltliche Liedgut intoniert, was dazu führte, dass sich das ein oder andere Fenster in der Nachbarschaft öffnete – wahrscheinlich wollten sich auch die Nachbarn an diesem „Herdensingen“ erfreuen.

Und dann gab es auch wieder die ruhigen Momente, etwa als Ausschnitte der Rede des Häuptlings Seattle verlesen wurden und es um die Bewahrung der Erde ging: „Jeder Teil dieser Erde ist meinem Volk heilig. Und die Erde zu verletzen heißt, ihren Schöpfer zu verachten.“

Nach gut einer Stunde gab es eine Pause, in der die ausgetrockneten Kehlen wieder befeuchtet werden konnten, hatte doch die „Kleine Kneipe“ geöffnet und lud dazu ein, sich mit Getränken zu stärken („Die kfd kann auch Theke!“).

Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es dann etwas ruhiger zu. Es ging um die Erschaffung des Menschen sowie der Liebe zueinander und um Lieder wie „Du bist du“, „Dat du min Leevsten büst“, „80 Millionen“ oder „Ein Hoch auf uns“. Die Tiefe und berührende Kraft der Psalmen wurde in besonderer Weise erfahrbar als Psalm 139 und Textpassagen des Liedes „Universum“ (Ich und Ich) gegenübergestellt wurden. „Herr, du hast mich erforscht und kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du kennst es. Du durchschaust meine Gedanken von fern. Du bist vertraut mit all meinen Wegen. Von hinten und von vorn hast du mich erschlossen, hast auf mich deine Hand gelegt. – Ich weiß, wovon du träumst und meistens, was du denkst. Ich kenn dich. Ich seh, ob dich was freut oder ob es dich kränkt. Ich kenn dich so gut. Du hast mehr als jeden Schimmer von mir. Ich weiß, ich häng für immer an dir.“

Mucksmäuschen still war es – ein Höhepunkt des Abends.

Mit „Kein schöner Land in dieser Zeit“ und „Der Mond ist aufgegangen“ endete das etwas andere Psalmgebet. Abschließend war Zeit, bei Kerzenschein noch einige Zeit zu verweilen und den Abend stimmungsvoll bei kühlen Getränken und netten Gesprächen im wahrsten Sinne des Wortes ausklingen zu lassen. Es war eine bewegende und gelungene Veranstaltung, die allen viel Freude bereitet hat.